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Enaktive Traumatherapie
Neue Erfahrungen machen. Wieder handlungsfähig werden.
Belastende oder traumatische Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen. Manchmal wirken sie noch lange nach, selbst wenn die schwierige Zeit längst vergangen ist. Vielleicht kennen Sie das: Sie reagieren in bestimmten Situationen mit starker Angst, ziehen sich zurück oder fühlen sich wie gelähmt. Vielleicht stehen Sie ständig unter Anspannung oder haben das Gefühl, immer wieder in dieselben belastenden Muster zu geraten.
Solche Reaktionen können ihren Ursprung in Erfahrungen haben, in denen Sie sich hilflos, bedroht oder überfordert gefühlt haben. Was damals geholfen hat, eine schwierige Situation zu überstehen, kann heute das Leben erheblich einschränken. Was bedeutet „enaktiv“? Die enaktive Traumatherapie wurde maßgeblich von dem Psychologen und Traumaforscher Ellert Nijenhuis entwickelt. Ihr liegt die Erkenntnis zugrunde, dass unser Denken, Fühlen und Handeln eng mit unserem Körper und unseren Erfahrungen in Beziehungen und unserer Umwelt verbunden sind. Deshalb reicht es manchmal nicht aus, belastende Erfahrungen zu verstehen oder über sie zu sprechen. Veränderung braucht auch neue Erfahrungen, die wir mit unserem ganzen Erleben machen. "Enaktiv" bedeutet: durch Handlungen etwas (Neues) hervorbringen. Wie sieht das in der Therapie aus? Gemeinsam versuchen wir zu verstehen, wozu Sie heute so reagieren, wie Sie reagieren, und welche Bedeutung diese Reaktionen in Ihrer Lebensgeschichte haben. Dabei betrachten wir auch die körperlichen Reaktionen, Gefühle und inneren Konflikte, die damit verbunden sind. In einem geschützten Rahmen entwickeln und erproben wir Schritt für Schritt neue Möglichkeiten, mit belastenden Situationen umzugehen. Sie können erfahren, dass Ihnen heute andere Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen als damals. Wir orientieren uns dabei an Ihrem Tempo und dem, was für Sie gerade möglich ist. Es geht nicht darum, Sie möglichst schnell mit schmerzhaften Erinnerungen zu konfrontieren.
Was kann sich dadurch verändern? Das Ziel der enaktiven Traumatherapie ist es, Ihre innere Stabilität und Ihre Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln, zu stärken. Sie können lernen, frühere Gefahren deutlicher von der heutigen Wirklichkeit zu unterscheiden, Ihre eigenen Reaktionen besser zu verstehen und neue Wege im Umgang mit sich selbst und anderen zu finden. Was Sie erlebt haben, gehört zu Ihrer Geschichte. Doch es muss nicht dauerhaft bestimmen, wie Sie heute fühlen, handeln und leben. Veränderung ist möglich. Manchmal beginnt sie mit einem kleinen Schritt, in dem Sie erleben: Heute habe ich eine Wahl.